ERHALTUNG DER WASSERRESSOURCEN IM EINZUGSGEBIET VON MOORBIOTOPEN VON NATIONALER BEDEUTUNG

Das folgende Diagramm zeigt eine zusammenfasssende Gesamtsicht der verschiedenen Arbeitsschritte sowie Daten- und Informationsflüsse.

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Die Grundzüge des Vorgehens « espace marais » wurden im Rahmen des Pilotprojekts entwickelt. Nach dessen Abschluss 2018 haben verschiedene Kantone mit der Umsetzung des Konzepts gestartet, was gleichzeitig eine Weiterentwicklung der Methode ermöglichte.

Wird das Vorgehen von Anfang bis Ende vollständig durchgeführt, kann es zur Festlegung von hydrologischen Pufferzonen führen, welche vom BAFU anerkannt werden.

Das Vorgehen ist in 9 Schritten unterteilt. Je nach Zielsetzung und verfügbaren Mitteln kann es auch nur partiell umgesetzt werden:

  • Schritte 1 bis 3 (eventuell 1 bis 5): Durch die Umsetzung der drei ersten miteinander gekoppelten Schritten resultiert eine erste Annäherung im Form eines « hydrologischen Vorsorgeperimeter » (nicht zu verwechseln mit hydrologischen Pufferzonen) um ein Moorbiotop. Nach dem Modell des Vorsorgeprinzips legt dieser Perimeter eine Zone um ein Moorbiotop fest, in der sämtliche Projekte, die potenziell eine Auswirkung auf dem Gebietswasserhaushalt haben können (im Sinne Art. 5, Abs. 1, Bst. e HMV, Art. 5, Abs. 2, Bst. g FMV), vertieft bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Moorbiotope geprüft werden müssen.
    Solche Perimeter bilden eine plausible Grundlage für einen kantonalen oder regionalen Richtplan (behördenverbindlich), die aber noch konsolidiert werden muss. Ihre Plausibilität kann durch die Durchführung der Schritte 4 und möglicherweise auch 5 verstärkt werden. Damit können die hauptsächlichen Störungen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Abgrenzung der Einzugsgebiete eines Moorbiotops haben, in Betracht gezogen.
  • Schritte 6 bis 8: Die Arbeiten der Schritte 1 bis 5 werden ausschliesslich im Büro durchgeführt, ohne ins Feld zu gehen, was einerseits rasch zu einem plausiblen Ergebnis führt, andererseits aber zu teilweise hypothetischen Resultaten führt. Will man rechtskräftige grundeigentümerverbindliche hydrologische Pufferzonen in einem Plan festlegen, müssen die in den Schritten 1 bis 3 bestimmten Vorsorgeperimeter, sowie die in den Schritten 4 und 5 identifizierten potenziellen Störungen im Feld geprüft werden. Diese Prüfung kann dabei auf Fragen beschränkt werden, welche in den vorangehenden Schritten noch offen oder hypothetisch gebliebenen sind. Damit kann auch der notwendige Zeitaufwand für die Felduntersuchungen optimiert werden.
    Nach Abschluss des 8. Schrittes erhält man neben den notwendigen Unterlagen zur Abgrenzung von hydrologischen Pufferzonen auch eine hydrologische Funktionsdiagnose eines Gebietes. Damit werden die hauptsächlich zu lösenden Probleme identifiziert sowie ggf. Umsetzungszielen bestimmt, welche auf der hydrologische Funktionsdiagnose des Gebietes basieren und auf eine Regeneration der gestörten Moorhabitate zielen.
  • Schritt 9: Es gehört schlussendlich den Kantonen (nach. Art. 3, Abs.1 HMVO und FMVO), hydrologische Pufferzonen, als Komponente des Begriffs «ökologisch ausreichende Pufferzonen», festzulegen. Letztere können als grundeigentümerverbindliche Massnahme in die lokale Planung einer Gemeinde einfliessen oder als Bestandteil eines Schutzbeschlusses beigezogen werden.